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Bericht zur Pferdisch Jungpferdeausbildung

05. - 14. Oktober 2007

Die erste Pferdisch Intensivausbildung "Jungpferde Anreiten" fand im Pferdisch Ausbildungszentrum mit vier verschiedenen Pferden statt.

 

Thiemen, 9jähriger Friesenwallach      Nayla, 4,5jährige Tinker Mix Stute

 

Morinca, 3jährige Paint Horse Stute        Elora, 6,5jährige Haflinger Mix Stute

In der Vergangenheit haben wir im Team (Christine & Friedhelm) einzelne Jungpferde angeritten. Auch bei dieser Einzelpferdeausbildung war der Besitzer anwesend, denn ein Verständnis für das Pferdisch Prinzip ist absolute Voraussetzung, um nachher mit dem Pferd auch im Sattel am seidenen Faden umgehen zu können.

Die erste Intensivausbildung Jungpferde Anreiten ist sehr erfolgreich verlaufen. Durch die zwei Trainingseinheiten pro Tag konnten die unterschiedlichen Pferde in ihrem Tempo ihre Lektionen lernen, und zwar in einem stressfreien und pferdegerechten Umfeld. Dadurch, dass sowohl alle Pferde als auch ihre Besitzer am Roundpen jede Session verfolgen konnten, haben die Pferde auch von einander gelernt. Es war faszinierend zu sehen, welch' große Fortschritte in welch' kurzer Zeit erreicht wurden, wobei auch ein Rückschritt (zurück zum Bekannten) später zum Fortschritt wurde.

Es gehörte auch ein Verladetraining für die vier Pferde mit zum Ausbildungsstoff. Alle Pferde ließen sich danach alleine nach Pferdisch auf den Anhänger schicken und gelassen und geordnet wieder vom Anhänger herunterholen.

Hängertraining gehört zu einer soliden Jungpferdeausbildung dazu

Wir werden diese Ausbildung einmal pro Jahr anbieten, um Pferdisch Absolventen die Möglichkeit zu geben, auch junge Pferde oder Pferde, die der Korrektur bedürfen, nach dem Pferdisch Prinzip zu reiten. Der Zeitraum für das Anreiten ist mit 9 Tagen ausreichend, da wir nicht konditionieren, sondern auf Basis der Pferdisch Bodenarbeit über Körpersprache mit den Pferden kommunizieren.

Etwas werden wir beim nächsten Mal ändern: Drei der vier Pferdebesitzer hatten weder Sattel noch Zaumzeug für ihr Pferd! Wir haben diese Pferde mit unserer eigenen Ausrüstung angeritten, nachdem wir anhand des Messgerippes geprüft hatten, welcher Sattel auf welches Pferd passt.

Die Besitzer haben die Pferde anschließend mit nach Hause genommen, ohne dort die Gelegenheit zu haben, das Gelernte zu üben und zu vertiefen. In Zukunft müssen die Pferde mit passender Ausrüstung bei uns vorgestellt werden, ehe der Ausbildungsvertrag abgeschlossen wird. Es soll hier auch gesagt werden, dass eines der vier Pferde eine Top-Ausrüstung bis ins Detail hatte. Das hat sich in der Ausbildung absolut ausgezahlt.

Zwei der Teilnehmer nahmen nach dem Anreiten ihrer Jungpferde die Gelegenheit wahr, reiterlich mit ihren Pferden zusammengeführt zu werden. Drei Tage lang erhielten sie auf ihren Pferden eine Intensivbeschulung, quasi eine Bedienungsanleitung inklusive "Druckbetankung" im Reiten nach Pferdisch. Eine Sitzschulung war ebenso enthalten, wie die Pferdisch Zügelführung, um das Pferd am seidenen Faden steuern zu können. Beide Reiter konnten nach den Tagen die von den Pferden erlernten Elemente flüssig abfragen und bewegten sich in Harmonie mit ihren jungen Pferden. Die Beschulung im Anschluss an die Jungpferdeausbildung hat sich bewährt. Im Anschluss daran kann bei Bedarf eine weitere Betreuung durch einen Pferdisch Reitlehrer erfolgen.

Ein abwechslungsreicher Parcours macht Pferden und Reitern Spaß

Hier noch einige Stimmen zur Ausbildung:

Silke S. aus Hude: "Es ist erstaunlich, wie schnell die einzelnen Pferde lernen und wie schnell eine Basis da ist, auf der Christine und Friedhelm als Trainer aufbauen können. Die Pferde vertrauen ihnen und suchen oft Anlehnung bei ihnen während der Lektionen und in den wichtigen Breaks zwischendurch. Dies zu beobachten ist total schön, und es ist deutlich zu sehen, wie dankbar und entspannt die Pferde sind, wenn wir mit ihnen nach Pferdisch kommunizieren.
Jedes Pferd bekommt seine eigene Dosis und sein eigenes Programm, um ganz individuell seine positiven Erfahrungen zu sammeln, denn jedes Pferd ist anders. Kein Pferd wird überfordert, alle werden ihrem Entwicklungsstand entsprechend gefördert und neue Lektionen Schritt für Schritt aufeinander aufgebaut.
Und wenn Probleme auftreten wird sofort wieder einen Schritt zurückgegangen, wo diese Probleme angefangen haben. Denn erst wenn eine solide Basis da ist, kann der nächste Schritt eingeführt werden.
Es war deutlich zu sehen, wie die Pferde in den Pausen voller Lob die gelernten Dinge verarbeiteten. Sie waren sehr entspannt, manche suchten Anlehnung oder sie gähnten.
Bei dem Jungpferd Nayla aus Belgien konnten wir beobachten, wie wichtig das gute Verhältnis zwischen ihr und ihrem Besitzer Matthias  ist. Es gab einen Moment, wo Christine und Friedhelm mit Nayla in der Ausbildung nicht weiter kamen. Sie hatten die innere Größe, in dem Moment loszulassen und Matthias zu bitten, mit seinem Pferd auf die gewohnte Weise Bodenarbeit zu machen. Durch sein von Vertrauen geprägtem Verhältnis bekam er Zugang zu ihr, sie begab sich in seine Obhut und so konnten sie dann gemeinsam mit Christine und Friedhelm weitere Schritte lernen. Das war sehr beeindruckend und hat mich sehr berührt.
Als weiteres berührendes Ereignis empfand ich, dass Camilla mit ihrem 9-jährigen  Friesenwallach Thiemen auf  wundervolle Weise zusammengeführt wurde. Es gab  im Vorfeld Probleme beim Reiten mit Thiemen und nach dieser Ausbildung schwebte dieser beeindruckende Wallach zufrieden, schwungvoll und biegsam  durch die Halle. Sie waren liebevoll miteinander verbunden und ritten mit feinsten Hilfen, wirklich klasse!
Silke aus Krefeld hatte ihre 6-jährige Haflingermix-Stute dabei, die nicht geritten war. Auch dieses süße Pferd lief nachher wie am Schnürchen bereitwillig und freudig durch alle Übungen.
Bei dieser Ausbildung wird besonders deutlich, wie wichtig die intensive Vorbereitung in der Bodenarbeit ist, wo die Pferde in Balance auf 2 Spuren kommen, als Voraussetzung, einen Reiter tragen zu können und um vorbereitende Übungen und Biegungen zu lernen. Ganz wichtig ist von Anfang an die Basis von Respekt und Vertrauen, denn wenn dieses Verhältnis nicht schon am Boden geklärt ist, wird mich mein Pferd auch im Sattel nicht respektieren, sondern für sich selbst sorgen. Außerdem bekommen wir auf diese Weise schon ein gutes Verhältnis zu unserem Pferd. Dafür muss der Besitzer auf alle Fälle während der gesamten Ausbildung mit dabei sein! Es war sehr unklug und unfair von mir, Teile dieser einmaligen Ausbildung nicht zu begleiten, denn so habe ich eine Menge wichtiger Entwicklungsschritte verpasst und dieses eigene "Verpissen" ging zu Lasten der anderen Teilnehmer und der Pferde. Es tut mir sehr leid, dass sie meinetwegen noch mehr Arbeit und auch einigen  Ärger hatten. Im nachhinein haben wir alle daraus gelernt, im Leben hat eben alles seinen Sinn!
Durch die gute Vorarbeit und die gute Basis ist es nun möglich, die Pferde in nur 9 Tagen zu einem Reitpferd auszubilden und dies ohne Druck und Zwang, so dass bei den Pferden kein Stress aufkommt. Es war echt spannend zu sehen, wie meine Stute Morinca anfangs nur ein paar Schritte wie auf rohen Eiern unter Christine machte und wie sie schließlich nach einigen Tagen alle Übungen und Biegungen mit Leichtigkeit bereitwillig, am seidenen Faden bewerkstelligte. Das ist  total schön!
Hierbei ist höchste Konzentration von Christine und Friedhelm gefordert. Sie ergänzen sich dabei hervorragend mit ihren Fähigkeiten, denn sie beherrschen beide den Part am Boden und den auf dem Pferd, allerdings hat jeder seine Spezialitäten.
Ich finde es total beeindruckend, wie sie es auf diese Weise schaffen, die  Pferde so auszubilden und einzustellen, dass wir das einmal Etablierte mit den richtigen Hilfen jederzeit wieder abrufen können.  Die Pferde spiegeln uns zu jeder Zeit  glasklar, wie wir drauf sind und sie reagieren sehr fein auf die jeweiligen Hilfen, die wir gerade geben. Dabei ist es wichtig, ein Gespür dafür zu kriegen, wie viel nötig und wie wenig möglich ist. Wir können wirklich am seidenen Faden kommunizieren und sind so in Harmonie miteinander verbunden und haben beide Freude dabei.
Und immer wenn Christine und Friedhelm zwischendurch wissen wollten, ob ich Spaß im Umgang mit meinem Pferd hatte und ich dies bejahte, frage ich mich, warum mein Gesicht nichts davon wusste :-)
Sowohl für die Menschen als auch für die Pferde ist es sehr gut, als Gruppe da zu sein, weil alle beim Zuschauen voneinander lernen.
Christine und Friedhelm sind mit vollem Herzen bei der Sache und stecken sehr viel Energie in die Ausbildung und Betreuung aller Teilnehmer. Wir erfahren große Wertschätzung der Menschen und der Tiere und wir  finden ein liebevolles Umfeld, einen geschützten Rahmen, in dem wir uns voller Vertrauen fallen lassen können, um uns auszuprobieren , Erfahrungen zu sammeln und zu lernen. Als sehr wertvoll empfinde ich bei allen Seminaren das gemeinsame Zusammmensitzen zu Beginn und die Rückmelderunde am Ende jeden Tages, wo wir Gedanken und Feedback austauschen und wo Probleme geklärt werden, so dass wir frei und mit neuen Anregungen in den Tag starten können.
Es ist wunderschön, zu sehen und zu spüren, wie Christine und Friedhelm nach dem Pferdisch Prinzip miteinander und anderen Menschen umgehen. Sie haben wirklich den erstrebenswerten Weg zu einem glücklichen und selbstbestimmten Leben im liebevollen Umgang miteinander gefunden.
Sie sind großartige Menschen mit enorm viel Potential, das sie nach außen bringen, um sich selbst Gutes zu tun, sich weiter zu entwickeln und um es anderen Menschen und den Tieren zukommen zu lassen.
Ich danke Euch von Herzen für Eure Energie, die Ihr spendet, Eure Begleitung und Unterstützung. Schön, dass es Euch gibt!!! Silke S. Oktober 2007"

Matthias N. aus Eupen - Belgien: "Jetzt, da die neun Tage der Jungpferdeausbildung vorüber sind, kann ich auf eine sehr erfahrungsreiche Woche zurückblicken. Während der vergangenen Tage haben nicht nur die Pferde Neues gelernt, sondern auch ich konnte mir neues Wissen aneignen. Ich konnte miterleben, wie vier Pferde, darunter meines, ohne Gewalt oder Druck innerhalb weniger Tage zu Reitpferden werden. In kurzen Etappen, dem Lernrhythmus der Tiere entsprechend, konnte jedes der Pferde sich mit Sattel und Reiten vertraut machen, um dann anschließend völlig stressfrei die nötigen Hilfen zu erlernen, um mit dem Reiter im Sattel zu kommunizieren. Diesen Fortschritt vom Pferd zum Reitpferd zu erleben, ist für mich eine tolle Erfahrung, welche kaum zu beschreiben ist. Zu sehen, dass jedem Pferd das Maß an neuem Wissen vermittelt wurde, welches zu verarbeiten war und das auch ein Schritt zurück nicht zwingend ein Rückschritt sein muss. Für mich war die vergangene Woche mit allen Höhen und Tiefen eine sehr schöne, voller Erfahrungen, die ich nicht missen möchte."

Camilla P. aus Bonn: "Die letzten neuen Tage waren mal wieder super bei Euch! Thiemen und ich fühlen uns bei Euch sehr wohl, ob bei der Bodenarbeitsausbildung oder bei der letzten (Jungpferdeausbildung). Ich denke die Kontinuität zahlt sich immer aus, egal welches Thema ein Seminar hat. Mir erschien es sehr sinnvoll, zwei Mal täglich mit den Pferden zu arbeiten. Dadurch, dass jederzeit alle Pferde im Roundpen waren, herrschte stets eine angenehme Atmosphäre. So war es möglich zu beobachten, wie die Pferde sich nach jeder Session entspannten, da diese auch stets für Mensch und Pferd mit einem angenehmen Gefühl endeten. So haben wir gemeinsam eine Atmosphäre kreiert, in der Lernen Spaß  macht und somit leichter fällt. Ich möchte Euch auch danken dafür, dass Ihr mir ermöglicht habt die Beziehung zwischen Thiemen und mir so fein und liebevoll werden zu lassen, wie ich es mir niemals hätte vorstellen können ... Eure Camilla"

Last edited 08. Januar 2008