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Bericht zum Pferdisch Freiarbeitsseminar

01. - 03. Oktober 2007

Das erste Pferdisch Freiarbeitsseminar fand im Pferdisch Ausbildungszentrum mit vier engagierten Teilnehmerinnen und ihren Pferden statt.

 

Monika mit Kilate                                        Sabine mit Toni

In diesem Seminar gab es nur noch klare Kommunikation durch Körpersprache, denn die Pferde waren frei im Roundpen. Ein Durchmogeln durch Seil und Peitsche war nicht mehr möglich. In nur drei Tagen entwickelten sich die Teilnehmer durch die Lehrer "Pferde" zu liebevollen Persönlichkeiten. Es wurde eine neue Dimension in der Kommunikation mit Pferden erreicht, die die Teilnehmer sich vorher so nicht vorstellen konnten. Die Pferde brachten wirklich alles Zutage, so dass ihre Menschen sich in dieser Zusammenarbeit z.T. selber erst ihrer innersten Motive bewusst wurden. Die Menschen lernten jedoch sehr schnell und im Maße ihrer zunehmenden Kongruenz honorierten die Pferde auf Anhieb ihre Bemühungen. Ihren Meister fanden alle Teilnehmer schließlich bei "Gini", die Ihnen deutlich machte, dass die Feinheit in der Kommunikation über Körpersprache nicht irgendwo endet. Obwohl die Bäume mit Gini nicht in den Himmel wuchsen, konnte jeder der Teilnehmer mit seinem Pferd die Bodenarbeit in Handwechsel und Balancierung gezielt gestalten.

Hier noch einige Stimmen zum Seminar:

Sabine H. aus Dörentrup: "Schau Dir Dein Pferd an und Du weißt, wer Du gerade bist!“ Meine Teilnahme am Freiarbeitsseminar Anfang Oktober hat mir Dimensionen eröffnet, die ich vorher nicht im Blick hatte und wahrscheinlich auch nicht für möglich gehalten hätte. Ich habe das Geschöpf Pferd in seiner ganzen Sensibilität und Klarheit erst in diesem Seminar wirklich zu würdigen gelernt. Vieles von dem, was ich in den Seminaren zuvor schon unzählige Male gehört habe, ist aus meinem Kopf in mein Herz gewandert. Dabei ging es nicht um Techniken.

Wir als Teilnehmerinnen sind wir uns selbst begegnet, unseren Geschichten, unserem Ego, unseren Strategien im Umgang mit dem, was uns unter Druck setzt und nicht zuletzt unseren Rollen, in denen wir uns eingerichtet haben und die wir tagtäglich spielen. Unsere Pferde haben uns deutlich gespiegelt, wen sie gerade vor sich hatten. Das war ernüchternd und an manchen Stellen schmerzhaft. Nein, Friedhelm, Christine und die Pferde haben uns nicht geschont. „Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Sie gehen hin und weinen und streuen ihren Samen. Und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.“ (Psalm 121) In einer Atmosphäre von Ehrlichkeit, Klarheit und Wertschätzung konnten wir hinsehen. Sich selbst anschauen und darüber hinaus das eigene Potential entdecken - das geht wohl nicht ohne  Menschen, zu denen wir Vertrauen fassen und die uns liebevoll und ohne Wertung ganz einfach so aushalten, wie wir gerade sind. Wir sind miteinander und aneinander gewachsen in den drei Tagen unseres Seminars. Wir haben gesät. Wir haben geerntet. Jede von uns auf ihre ganz eigene Art.

Pferden und Menschen ein echtes, ein wahres Gegenüber sein - ich habe eine Ahnung davon bekommen, wie  wohltuend sich das anfühlt. Den Pferden, unseren beiden Seminarleitern und Monika, Bianca und Conny sei´s gedankt!

Monika B.-M. aus Westerstede: "Montagabend haben wir mit Theorie und  "Pferd Friedhelm" im Roundpen begonnen. Wir alle hatten keine Idee wie wir mit "Pferd Friedhelm" kommunizieren könnten, denn alle Versuche waren fehl geschlagen. Wir waren alle überfordert! Am Dienstag begannen wir mit einer drei jährigen Paint Stute. Da wir mit den 10 Pferdisch Schildern arbeiteten (sie wurden auf der Jubiläumsfeier vorgestellt), liefen wir mehr mit den Schildern in der Hand um den Roundpen, als dass wir mit dem Pferd arbeiteten. Denn die Stute zeigte allen von uns knallhart unsere Themen!! Also bei der Freiarbeit kommt alles zu Tage, nichts mit durchmogeln! Am Nachmittag waren wir dann tatsächlich soweit fortgeschritten, dass wir mit den Pferden "arbeiten" konnten. Zwischendurch ging es  dann zum Flipchart, um für die jeweiligen Personen als Hilfestellung das "Thema"  zu erarbeiten. Mittwochs haben wir dann mit Kilate und Gini begonnen. Es ist einfach faszinierend, wie Pferde die jeweilige Verfassung spiegeln, also hervorragende Lehrmeister. Wir müssen nur hingucken! (Sagt sich so einfach!). Am Nachmittag machten wir die Freiarbeit mit den anderen 4 Pferden von den Lehrgangsteilnehmern. Wir alle waren soweit gekommen, dass die Pferde eine Verbindung mit uns hatten (ein Tag zuvor war das für mich noch unvorstellbar, nachdem ich immer wieder mit anderen Schildern bewaffnet im Roundpen umherlief!!).

Diese Arbeit ist wirklich  das  Wunderbarste, was wir mit den Pferden erleben können. Ich kann dieses Seminar nur weiterempfehlen, sollten wir bis dahin noch eine Mogelpackung gewesen sein,  kommt es spätestens an diesem Tag zum Vorschein!!!

Ich danke Euch beiden, dass Ihr so super Seminare anbietet, denn ohne diese wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin. Für jede Weiterentwicklung bin ich dankbar."

Conny H. aus Düsseldorf: "Mein Statement hört sich so nüchtern an, dabei war es ein Seminar, bei dem ganz deutlich wurde, dass die ganze Technik nichts hilft, wenn ein freies Pferd zur Mitarbeit motiviert werden soll. Ich fand es ganz toll, dass ich die Gelegenheit hatte, mal wieder mit anderen Pferden zu arbeiten, und das auf DIESER EBENE! Eines der vielen Highlights war für mich die Arbeit mit Kilate. Du hast ein so feinfühliges und edles Tier, Christine, ein richtiger Charmeur zusätzlich :-)) Es läuft mir heute noch kalt den Rücken herunter, wenn ich an den Augenblick denke, als Kilate auf Distanz auf Mobumas Gedanken reagierte!

Na ja, und Gini hat mir halt gezeigt, wie viel Spaß es macht, wenn man mit ehrgeizigen Zicken arbeiten soll; ich glaube, da fehlt noch etwas bei mir :-)

Aber Gott sei Dank gab es ja nicht nur Zickenalarm, sondern ich durfte auch erfahren, wie schön es ist, wenn unsere Pferde ganz spielerisch und leicht auf unsere "Anfragen" eingegangen sind. Ich kann die Gefühle leider nicht in Worte fassen. Ich denke, man muss das erleben, um es zu begreifen.

Auf jeden Fall möchte ich Euch beiden - auch im Name von Alegre - danken, dass Euch immer wieder etwas einfällt, um unser Bewusstsein im Umgang mit unseren Pferden zu erweitern. Ich freue mich schon riesig auf die Fortsetzung dieses Freiarbeitsseminars und mal schauen, ob Gini dann mit mir sprechen möchte :-) Wenn nicht, halte ich mich an den charmanten Spanier (hab's eh eher mit Männern :-))"

Conny mit Alegre

Last edited 08. Januar 2008