Effektive Mikroorganismen im Pferdestall

Kurz EM genannt

Im Winter 2004 haben wir einen Vortrag von Günter Otto und Daniela Otto-Prins über die Verwendung von so genannten effektiven Mikroorganismen (kurz EM) im Pferdestall gehört. Seit Anfang 2005 setzen wir daraufhin EM im Pferdestall und inzwischen auch bei uns selbst und im Haushalt regelmäßig ein. Die Anwendungen sind allerdings noch viel breiter gefächert (Landwirtschaft, Garten, Teich, Müll, etc.).

Effektive Mikroorganismen sind eine Multimikroben-Mischung, deren Zusammensetzung der Agrarwissenschaftler Professor Dr. Teruo Higa herausgefunden hat. Hauptgruppen sind Milchsäure- und Photosynthese-Bakterien sowie Hefen und fermentaktive Pilze. Sie bilden eine perfekte Symbiose, um durch ihre regenerativen Kräfte in verschiedensten Milieus Übel zu beseitigen und den Aufbau zu fördern. Beispiel: Boden, Wohnung, Stall, Wasser, Nahrungs- und Futtermittel, Magen/Darm und Haut.

Grundsätzlich gibt es degenerative und regenerative Mikroorganismen (MO). Erstere sind für Zersetzung, Fäulnis und Sterben ursächlich. Die regenerativen MO schaffen ein positives Klima für Wachstum, Aufbau und Heilung. In der Natur gibt es einen Wettstreit, die dritte (zahlenmäßig größte) Gruppe von MO auf ihre Seite zu ziehen (so genannte Opportunisten, Mitläufer). Die Folge davon ist entweder Abbau (Degeneration) oder Aufbau (Regeneration), die jeweils stärkere Fraktion bestimmt das.

Der Mensch, Homo sapiens oder auch “oberstes Herrentier“, macht es möglich: In verschiedensten Milieus übernehmen immer mehr degenerative Mikroorganismen die Überhand, weil die Umwelt ungünstig beeinflusst wird, ein Qualitätsmangel in der Nahrung für Pflanzen, Tiere und Menschen besteht und weil chemische Substanzen Anwendung finden, welche der Organismus nicht kennt und/oder nicht verarbeiten kann! Das Ergebnis ist eine Verminderung von Wachstum, Fehlverhalten von Zellen und Organen, Abbau, Krankheit und Zerfall.

Durch die Zuführung von regenerativen Mikroorganismen soll die Gruppe der aufbauenden Mikroorganismen gestärkt werden. Wo durch die Besiedlung mit effektiven Mikroorganismen eine Vorherrschaft der regenerativen MO erzielt wird, haben die degenerativen MO keine großen Chancen, sich niederzulassen oder zu vermehren. Das ist das so genannte Dominanzprinzip, und diese sanfte Methode ist wirkungsvoller und nachhaltiger als alle erbitterten “chemischen“ Kämpfe gegen Schadkeime.

Die Nutzung von EM im Pferdestall wirkt sich positiv z.B. bei Fütterungsproblemen, Infektionen, Wunden, Magen-Darmproblemen, Augenentzündungen, Allergien, Hautschäden, Kiefervereiterungen, Hufschäden, Ekzemen, Husten, Gewichtsproblemen und Entwurmung aus. EM vernichtet Amoniak und Schwefelwasserstoff, da auch diese Stoffe Nahrung für effektive Mikroorganismen darstellen. So gibt es keinen Gestank, keine Gesundheitsschäden durch Schadgase, weniger Fliegen, keinen Schimmel und somit ein viel besseres Klima. Hier gibt es ein "Stallblatt", wo die wichtigsten Informationen über die Anwendung von EM im Pferdestall von Daniela Otto-Prins zusammengefasst sind.

Nach der Philosophie von Professor Higa sollen die effektiven Mikroorganismen überall auf der Welt verfügbar und auch erschwinglich sein. Darum soll möglichst jeder EM-Anwender auch “EM-Hersteller“ sein.

Aus der käuflichen EM-Urlösung oder auch Starterlösung, die je nach Deklaration des Herstellers eine Laufzeit von sechs bis zwölf Monaten hat, wird vor Ort das sogen. EM-a (“a“ für aktiviert) vom Anwender selbst hergestellt. Dabei werden aus einem Liter EM und einem Liter Zuckerrohrmelasse in einer Brutzeit von sieben Tagen bei 35-38°C etwa 33 Liter EM-a, die in der Regel eine Haltbarkeit von zwei Wochen haben. Durch diese Vorgehensweise brauchen nicht unnötige Mengen von Wasser alle 14 Tage durch die Gegend gefahren (geliefert) zu werden, d.h. weniger Umweltbelastung und geringere Kosten!

Bei dem damaligen Vortrag hatte Herr Otto für den Bezug von EM-Produkten die regionalen Vertriebsstellen eines Herstellers empfohlen, von dem wir bis vor einem halben Jahr auch regelmäßig gekauft haben. Inzwischen gibt es eine riesige Schar von EM-Anbietern, als reisende Vertreter, in Läden und besonders im Internet. Obwohl die meisten besonders stolz auf ihre Zertifizierung verweisen, oftmals um von ihrer Inkompetenz abzulenken, kann bei weitem nicht von einem großen Angebot an fachlich guter Information die Rede sein. Und die “Zertifizierer“ suchen ständig weiter nach Teilnehmern für ihre einträglichen Schnellkurse. Sogar als Umschulungsmaßnahme für Existenzgründer musste EM schon werblich herhalten. Wie überhaupt EM und Prof. Higa als attraktive Dekoration bei den meisten dieser Leute immer im Spiel sind, jedoch andererseits die wenigsten nach der Philosophie von Prof. Higa leben und handeln.

Ein riesiger kommerzieller Rummel ist um die ursprünglich gut gemeinte EM-Technologie entstanden, und die Möchte-Gern-Monopolisten arbeiten mehr an weiteren Produktkreationen, um normale EM-Anwendungen zum Segen für ihre eigenen Taschen zu substituieren, als dass sie die ursprünglichen Ziele Higas (Literat: Eine Revolution zur Rettung der Erde) im Auge behielten. In solchen Augen sind für den geübten Hinseher aber erfreulicherweise die glänzenden Euro- oder Dollarzeichen untrügliche Alarmsignale. Und, Gott sei Dank gibt es EM und dazugehörige Produkte mittlerweile auch von weiteren Herstellern und Handelsfirmen.

Auch für uns Gründe genug, den Zeitpunkt für eine Neuorientierung  zu sehen.

Da Herr Otto EM seit einiger Zeit nicht mehr ausschließlich in der Landwirtschaft verbreitet und Interessenten aus dem Pferdebereich jetzt überregional neben der Beratung auch mit Waren bedient, lag es für uns nahe, diesen alten Kontakt wieder zu intensivieren. Seine Produkte haben einen sehr guten Ruf und sind nach unseren eigenen Erfahrungen von bester Qualität. In der Technik, Fermentation und Anwendung von EM, konnten wir schon nach ganz kurzer Zeit wesentliche Verbesserungen erzielen. Unser neues EM-a mit Kräutern und überhaupt mit anderer Rezeptur gefällt uns, unseren Pferden und unseren Freunden ganz vorzüglich. Geschmack und Duft sind köstlich, und die Kräuter mit den weiteren Zutaten verstärken deutlich die positive Wirkung auf das Klima und den Organismus. Und, wir haben jetzt ein EM, mit dem wir nicht in Konflikte mit dem Futtermittelgesetz geraten können. EMbiosa ist als Futtermittel und zur Bereitung von solchen zugelassen. Auch die Stabilität konnte wesentlich verbessert werden, so dass wir jetzt größere Chargen weniger häufig ansetzen können.

Mindestens ebenso wichtig für uns ist aber der Zugang zu dem großen EM-Erfahrungsschatz von Herrn Otto, der bereits vor zehn Jahren als ein EM-Verbreiter der ersten Stunde sich mit dieser Materie in der Praxis auseinandergesetzt hat. Pferdespezifisch verfügt er über die wohl beste Informationsquelle zu EM-Fragen. Seine Tochter, Daniela Otto-Prins, nämlich erforscht nunmehr im neunten Jahr in ihrem mit durchschnittlich zwanzig eigenen Pferden besetzten Pferde-Zucht und Ausbildungsbetrieb den Nutzen von effektiven Mikroorganismen. Ein breiteres aktives Experimentierfeld für EM-Erkenntnisse bei Pferden gibt es wohl kaum. Als Fachjournalistin hat sie schon recht früh ihr Wissen um EM kundgetan. Aus dem “Bekanntwerden“ entwickelte sich eine ausgedehnte Beratungspraxis, unentgeltlich, ehrenhalber, jedoch mit einem guten Einkommen an Rückmeldungen, welche ergänzend zu ihren gezielten Versuchen und den allgemeinen Praxiserfahrungen im eigenen Stall kontinuierlich bis heute den Wissensschatz vermehrt haben.

Daniela Otto-Prins hilft auch weiterhin bei gesundheitlichen Pferde-Problemen. Das geht allerdings nur noch über klare detaillierte Problembeschreibungen per E-mail mit Angabe einer Festnetznummer und Zeiten der telefonischen Erreichbarkeit. E-mails mit ganz allgemeinen Fragen zu effektiven Mikroorganismen, Bezugsquellen usw. muss sie wegen “chronischer Auslastung“ weiterreichen.

Bezugsquelle EM-Zutaten:

Equiptech Günter Otto,  Email: otto-g@t-online.de Fax.: +49 (0) 5961 - 9569998

Dosierung bei Pferden (laut Günter Otto):

Mehr ist nicht immer mehr, und weniger kann durchaus schon mal mehr sein. Ausgewachsene Großpferde bekommen am Tag 60ml. Wenn ein Pferd EM-A nicht kennt, beginnt man mit 10ml. innerhalb von zwei Wochen erhöht man die Dosis in 10 ml-Schritten. Jedes Individuum reagiert anders, darum kann auch nicht so pauschal über die Dosierung gesprochen werden. Es gibt bestimmt viele Pferde, denen 60 ml von Anfang an nichts ausmachen, aber es kann auch schon mal eine Reaktion geben, die dem Tier nicht so gut gefällt. Zum Beispiel bei der Reaktion Durchfall wird einfach abgebrochen und nach etwa zwei Wochen nochmals mit geringerer Dosis (einschleichend) begonnen.

Empfohlene Literatur:

-          Teruo Higa: “Eine Revolution zur Rettung der Erde“, erschienen im OLV-Verlag, (dort gibt es weitere Titel zu EM) www.olv-verlag.de

-          Artikel von Daniela Otto-Prins in der Freizeit im Sattel, Oktober 2004.

-          Über die Anwendung von EM im Pferdestall hat Daniela Otto-Prins ein paar Tipps als Stallblatt zusammengestellt.

Last edited 29. Mai 2008