Die Coachausbildung erbringt für den Absolventen den Nutzen, dass er andere Menschen unter Einsatz von Pferden gezielt fördern kann. Als Fördernder arbeitet er im Gegensatz zum klassischen Therapeuten Auge in Auge mit seinem "gesunden" Klienten. "Krank" wird der Klient erst durch eine Diagnose, z.B. ADHS. Bis dahin erlebt der Klient sich in Disbalance oder Disharmonie mit sich und seinem Umfeld. Während ein Therapeut als Wissender, als Legitimierter und Informierter weiß, was für seinen Patienten gut ist, was sein Ziel ist und wie der Weg dahin verläuft, ist der Coach quasi informierter und stark motivierter Laie. Der Experte für sich selber ist und bleibt der Klient.
Der Coach spiegelt von außen das, was der Klient von innen nicht sehen und wahrnehmen kann. Er gibt Impulse, die den Klienten fördern, er gibt ihm einen geschützten Raum, in dem er sich neu erfahren kann. Er gibt ihm Anreize zum Lernen und Begreifen, das auf emotionaler Ebene erfolgt, damit der Klient alte Bewertungsmuster auflösen- und neue, bessere Glaubenssätze verinnerlichen kann. Das alles geschieht in Selbstbestimmung und Eigenverantwortung des Klienten.
Um effektiv spiegeln zu können, lernt der Coach, die Spiegelfunktion des Pferdes zu lesen und zu interpretieren, um seinerseits das Pferd als Vermittler seiner Interventionen zu beteiligen. Es entsteht ein Dreiecksverhältnis, wobei das Pferd der Dolmetscher auf emotionaler Ebene wird. Dadurch ist das Pferd ebenfalls gleicher Partner im Setting.
Der Coach durchlebt im Verlauf seiner Ausbildung eine starke Selbsterfahrung, denn er kann nur wahrnehmen und fördern, was in sein Bewusstsein dringt. Keine Intervention, die wir nicht selber erfahren und ausprobiert haben, lautet unsere Devise.
Die Förderung erfolgt gezielt und gewollt auf der Basis des von Pferdisch entwickelten Persönlichkeitsförderungsmodells "Orbit". Dieses Modell bildet alle Facetten menschlichen Verhaltens als Kreislauf ab, den wir alle unendliche Male in unserem Leben durchlaufen. Es gibt Haltestationen, bei denen wir verweilen, uns manchmal regelrecht festbeißen, um irgendwann durch Lebensereignisse wieder aus einer Stagnation geweckt zu werden. Meistens sind das einschneidende Erfahrungen, die mitunter starken Leidensdruck verursachen.
Dieser Leidesdruck veranlasst uns schließlich, etwas in unserer Bewertung und in unserem Verhalten zu verändern. Je nach Verhaltensmuster und Förderungssituation gibt es unterschiedliche Förderungsfelder, die mit ganz bestimmten Interventionen bearbeitet werden.
Pferdisch verfügt über ein verlässliches Verfahren, um die Förderungsbedürftigkeit, die geeigneten Interventionen und einen Fortschritt oder Rückschritt in der Förderungsarbeit individuell zu erheben. Statistisch lassen sich dadurch Entwicklungstendenzen in die eine oder andere Richtung erkennen und fördern oder abstellen.
Diese Möglichkeit zur Evaluierung bietet die Chance, systematisch und lösungsorientiert zu fördern. Auch die Darstellung des Entwicklungsverlaufs für Auftraggeber oder Prozessbeteiligte, wie Eltern, Erzieher, Lehrer, Kostenträger wird dadurch ermöglicht.
Ein Pferdisch Coach durchläuft eine intensive Persönlichkeitsschulung, die er seinerseits an seine Klienten weitergeben kann. Ein wesentlicher Unterschied zur etablierten Förderung von Menschen besteht darin, dass der Coach nicht den Erfolg der Maßnahme definiert. Das geschieht ausschließlich durch den Klienten, denn der Coach kann nur die Verantwortung für etwas übernehmen, was auch in seiner Kompetenz, sprich seiner Macht liegt. Der Coach kann nicht beeinflussen, ob und wie der Klient einen Förderungsimpuls annimmt und umsetzt. Würde er nun einen "Erfolg" erzielen wollen, den er vorher definiert hat, dann wäre das ähnlich dem Therapeuten, der glaubt zu wissen, was für seinen Klienten gut ist. Wir wissen nicht, woher der Therapeut das weiß oder überhaupt wissen kann. Bei Pferdisch bleibt die Verantwortlichkeit dort, wo die Kompetenz liegt, also beim Klienten. Das nimmt dem Coach Druck und lässt ihn bei seiner Verantwortung bleiben, die liegt darin, dem Klienten einen geschützten Rahmen und gezielte Förderungsimpulse anzubieten. Was daraus wird, muss er dann akzeptieren gemäß der alten Wahrheit: "Es wird sich alles zur gemäßen Zeit am gemäßen Ort einstellen".
Die praktische Erfahrung beweist seit langer Zeit, dass immer etwas in Bewegung kommt, wenn wir fördern, nur manchmal nicht so, wie wir es erwartet oder erhofft haben. Das dann zu manipulieren wäre keine Förderung, sondern Missbrauch.
Da der Coach als Gleicher unter Gleichen fungiert, hat seine Arbeit den Effekt, dass er zugleich auch immer sich selber reflektiert und beschult. Arbeitet er beispielsweise an der Integration beider Gehirnhälften, integriert er zugleich seine beiden Gehirnhälften, baut also die Datenautobahn zwischen dem logischen- und dem emotionalen Areal aus, was sein Leben künftig erleichtert und ihm hilft, sein Potential zu entfalten.
Die Pferdisch Coach Arbeit ist gut für Klient, Coach und Pferd. Wäre diese Balance in der Nutzenüberlegung nicht gegeben, würde/n einer oder mehrere der beteiligten Partner einen Missbrauch erfahren. Das hätte nichts mit Förderung zu tun, somit ist eine ausgewogene Nutzenüberlegung für die Förderung nach Pferdisch unverzichtbar. Nach vielen Jahren praktischer Erfahrung können wir sagen, dass die Effizienz der pferdegestützten Förderung ausgesprochen hoch ist. Die Förderung ist eine Episode im Leben des Klienten und nicht die "unendliche Geschichte". Das ist auch in Bezug auf die Kostenkalkulation einer solchen Förderungsmaßnahme gut darstellbar und vertretbar.
Die Lösungen der Pferdisch Coach Arbeit greifen dauerhaft und nachhaltig, da der Klient in seine eigene Kraft gebracht wird und erlernt, für sich zu sorgen und sein Leben verantwortungsbewusst und eigenverantwortlich zu gestalten.
Die praxisorientierte Fortbildung umfasst:
Vermittlung von Handlungskompetenz im Umgang mit Pferden als Partner: Versorgung, Ausrüstung, Bodenarbeit über Körpersprache
Persönlichkeitsentwicklung der Teilnehmer
Kenntnis & Fertigkeit zur Lehrkompetenz im Pferdisch Förderungskonzept ( für Eltern - Lehrer - Kostenträger )
Schnelles und effektives Lernen durch innovative Schulungselemente
Wir schulen ausschließlich in Kleingruppen, was die Effizienz für den einzelnen Teilnehmer und sein Pferd unvergleichlich erhöht. Ein Pferdisch Coach kann eine Weiterbildung zum Pferdisch Reitlehrer besuchen.
Weiterführende Infos:
Last edited 29. Mai 2008

